Cuba 27.11.-18.12.2017
Tag 5 – Viñales – Cienfuegos 442 km

Viñales – Cienfuegos

Heute hiess es früh aufstehen, denn die Königsetappe nach Cienfuegos stand auf dem Programm (423 km). Es sollte ein ereignisreicher Tag werden, was wir am Morgen natürlich noch nicht ahnten. So blieben wir schon kurz nach Viñales mit einem platten Reifen stehen.

Reifen platt…

Also wollten wir das Rad wechseln, was aber nicht möglich war, weil die Kurbel des Wagenhebers fehlte. Weiter stellten wir fest, dass das Reserverad zwar Luft aber bereits einen Nagel drin hatte.

Top Reserverad

Also riefen wir die 24h Nothotline der Autovermietung an und erklärten dem  mehr oder weniger netten Herrn am Telefon wo wir ungefähr gestrandet sind. Er fragte nach meiner Telefonnummer, aber als er merkte dass es eine ausländische ist, wollte er nichts mehr von einem Rückruf wissen. Er schicke jemanden vorbei, sagte er. Wir warteten eine Stunde vergeblich am Strassenrand. Ein freundlicher Mann der in der Nähe wohnte, kam uns dann zu Hilfe und fand bei sich eine lange Schraube, mit der er unseren Wagenheber bedienen konnte. Nach dem Wechseln erklärte er uns wo wir den Reifen flicken lassen können. Also wieder rechtsum kehr und zurück nach Viñales zum „Ponchero“. Es stellte sich dann heraus das wir 2 Löcher im Reifen hatten.

Unser Reifen in der Reparatur

Das Flickmaterial mit dem er unseren Reifen reparierte stamme aus Deutschland, wie er uns erklärte, denn in Kuba gäbe es nichts vernünftiges.  Nachdem beide Reifen repariert und die Koffer wieder eingeladen waren, bezahlten wir die verlangten 15 CUC pro Loch plus 5 CUC für die Arbeit.

Dieser Flicken hielt tatsächlich bis zum Ende der Reise

Endlich konnten wir unsere Fahrt fortsetzen, mittlerweile waren wir schon zwei Stunden hinter dem Zeitplan. Trotzdem nahmen wir uns Zeit noch ein paar schöne Fotos zu machen.

Seen gibt es auch in Kuba

Unterwegs kann man dann all die verschiedenen Verkehrsteilnehmer beobachten die sich so auf der Autobahn tummeln. Dies ist kein Vergleich zum Verkehr bei uns in der Schweiz, wie man den nachfolgenden Bildern entnehmen kann.

Traktoren sind noch das Normalste was man sieht
Auch Pferdekutschen benutzen die Autobahn
Velofahrer in Gegenrichtung
Aber auch Fussgänger. Für die gibt es sogar Warnschilder…

Unterwegs nach Cienfuegos holten wir den Besuch des Orquideario, dem Orchideengarten nach, der am Tag davor dem Wetter zum Opfer fiel. Leider standen zum Zeitpunkt unsere Besuchs nicht ganz so viele Oricheen in der Blüte, trotzdem gab es einige schöne Exemplare.

Im Orquideario

Danach fuhren wir wieder zurück auf die Autobahn Richtung Havanna. Kurz nach Havanna wurden wir dann von einem Polizisten mit einer sehr lauten Trillerpfeife angehalten. Wir seien viel zu schnell gefahren, hiess es. Er fragte mich, ob ich keinen Ausweis besässe oder ob es sonst einen Grund gäbe warum die Frau fährt. Zudem fahre sie unsicher und in Schlangenlinien, was aber daher führte dass man in Kuba ständig irgendwelchen Schlaglöchern ausweichen muss.
Der Polizist erklärte mir dann, dass er ein Auge zudrücken würde, weil wir das erste Mal in Kuba seien und er so ein Netter sei. Wir mussten ihm dann einen Unkostenbeitrag von 20 CUC bezahlen, er trug dafür nichts ins Mietformular der Autovermietung ein. Dies wäre eigentlich korrekt und die Busse müsste an die Autovermietung bezahlt werden, die ja auch dem Staat gehört. Zudem wäre die richtige Busse dreimal so hoch, behauptete er. Er ging dann noch in sein Büro und gab an, das Foto der Kontrollkamera zu löschen und wünschte uns anschliessend eine schöne Reise, wir sollen aber nicht mehr so rasen…

Viel los ist auf Kubas Autobahnen nicht, da die Kubaner zu wenig Geld haben für allzu weite Autofahrten

So langsam wurde unser Benzinvorrat knapp und aus Mangel an Tankstellen mussten wir die Autobahn verlassen und uns in einer chaotischen Kleinstadt nach einer Tankstelle durchfragen. Wir fanden dann eine, die aber nur Benzin für Einheimische mit 88 Octan führte. Eigentlich wird den Touristen nur «Especial» verkauft mit 93 Octan. Er verkaufte es uns trotzdem für einen guten Preis (für ihn…). Wir konnten unsere Fahrt fortsetzen und der Tankwart hatte sicher ein gutes Geschäft am Staat vorbei gemacht.

Mit neuem Treibstoff im Tank setzten wir unsere Fahrt nach Cienfuegos fort. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit und der Tatsache dass es um 18 Uhr bereits dunkel wird gab es keinen Zwischenstopp mehr. Trotzdem kamen wir am Ziel erst bei Dunkelheit an. Fahren im Dunkeln ist in Kuba sehr anstrengend, da die Kutschen und Velofaher zu 95% ohne Licht unterwegs sind.

Das Hostal «Rumnova» fanden wir auf Anhieb. Das «Casa Particular» war unsere erste Privatunterkunft auf dieser Reise. Es ist sehr sauber und relativ neu eingerichtet. Ein schönes Badezimmer, ein recht grosszügiges Zimmer, einzig die Betten waren etwas hart.

Das Zimmer im Hostal «Rumnova»
Das Badezimmer
Hostal Rumnova am Paseo Prada

Nach dem Zimmerbezug gingen wir auf Empfehlung des Vermieters gegenüber ins Restaurant «Punta Gorda». Dort assen wir einerseits Fisch mit Crevetten,  andererseits ein Rindssteak, beides mit Käse überbacken. Es war nicht nur schön angerichtet, es war auch sehr fein. Zum Dessert gab es Glace und Dulce de Coco mit Käse, tönt komisch, schmeckte aber hervorragend. Dazu einen feinen kubanischen Espresso mit einem Havana Club 7 años.

Rindersteak mit Käse überbacken
Fisch mit Käse überbacken und dazu Crevetten
Dazu ein Bucanero im eisgekühlten Glas

 

2 Antworten auf „Cuba 27.11.-18.12.2017
Tag 5 – Viñales – Cienfuegos 442 km“

  1. Ivo, wir gratulieren dir zu diesem interessanten Bericht.
    Könnte auch für andere Kuba Reisenden eine gute Hilfe sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.